Dienstag, 5. Juli 2011

5. Tag: Zur Wiesbadener Hütte

Heute morgen sind wir bei bewölktem Himmel und kaltem Wind von der Saarbrücker Hütte aufgebrochen.
Abschiedsfoto vor der Saarbrücker Hütte mit Hüttenwirt Wilhelm
Als wir schon ein Stück gewandert waren, hörten wir plötzlich alpenländische Klänge durchs Tal klingen: Der Senior-Hüttenwirt Wilhelm spielte uns noch ein Ständchen mit österreichischen Volksliedmelodien auf seiner Klarinette! Wir waren alle sehr ergriffen!

Es ging dann im Weiteren wieder über ein steiles Schneefeld nach oben zum Litznersattel auf 2.737 m Höhe.
Auf dem Weg zum Litzner Sattel (2.737 m)
Wir arbeiteten uns zickzack in Serpentinen auf dem Schnee nach oben. Nach einer Stunde hatten wir es geschafft. Wieder ein Ausblick auf die nächste Gipfelreihe. Aufstieg bedingt aber auch immer Abstieg. Der ging jetzt bis zum Silvretta-Stausee hinab, immer an einem Gletscherbach entlang, den wir dann an einer schmalen Stelle auch alle überspringen konnten.
Am See verabschiedeten wir uns dann von Frau Bickel, die wieder in die Schule zurück musste. Sie bedankte sich für die vielen Abenteuer, die sie mit uns durchstehen durfte.
Wir bedanken uns bei Frau Bickel für die gute Unterstützung unserer Kinder und Jugendlichen!

Abschied von Sieglinde am Silvretta-Stausee
Vom See aus ging es dann nochmals 1,5 Stunden ziemlich mühsam zur 400 m höher gelegenen Wiesbadener Hütte.
Schon müde zieht sich der Weg zur Wiesbadener Hütte lange hin
Die Wiesbadener Hütte (2.413 m) im Ochsental
Kurz vor 18 Uhr kamen wir dort an und bekamen unsere Lager zugewiesen.
Bald gab es auch das Abendessen. Die Wirtin war ganz erstaunt, dass einige auch drei Portionen essen konnten!
Wir hatten dann noch eine böse Überraschung, weil bei einem Kind Handy und Tabak, entgegen aller Abmachungen, gefunden wurden. In verschiedenen Krisengesprächen versuchten wir den Vorfall aufzuarbeiten: Gemeinschaft, Vertrauen, Mitwisserschaft?

Hier gab es auch wieder Duschen, 2 € für 3 Minuten warmes Wasser, was die Kinder auch rege nutzten.

Morgen kommt jetzt unsere Gletschertour mit Führer zur Jamtalhütte. Das Wetter soll auch weiterhin trocken bleiben.

Gesamte Entfernung: 11,1 km
Gesamtzeit: 8h 05min, Zeit in Bewegung: 5h  35min
Start: 2.538 m, Ende: 2.413 m, Differenz: -125 m
Minimale Höhe: 2044 m, Maximale Höhe: 2.721 m
Gesamtanstieg: 998 m, Gesamtabstieg: 1.036 m

Ciao bis morgen!

Montag, 4. Juli 2011

4. Tag: Zur Saarbrücker Hütte

Die Hüttenwirtin  von der Tübinger Hütte (die 3. von links) war ganz begeistert von uns: Sie sagte, sie hätte noch nie so eine ruhige, wohlerzogene und gut organisierte Klasse gesehen.
Sie wäre am liebsten mit uns mitgegangen!

Abschied von der Tübinger Hütte
Zuerst ging es durch sehr steile Geröll- und Schneefelder 500 Höhenmeter zum Plattenjoch hoch. Ziemlich mühsam!

Durch Geröll steil nach oben
Weiter über Schneefelder zum Plattenjoch
Auf dem Plattenjoch (2.728 m), hinten das große Seehorn (3.121 m)
Oben hatten wir dann eine großartige Aussicht auf die Silvretta-Dreitausender. Der viele Schnee wurde gleich für eine ausgiebige Schneeballschlacht genutzt!

Jan nutzte die Mittagsrast für ein Interview vor großartiger Kulisse
Kurzer, heftiger Abstieg bevor es am Rande des Seegletschers wieder aufwärts zur Seelücke ging.

Am Rande des Seegletschers, hinten der Schottensee
Dort hatten wir eine längere Krisensitzung über den Umgang miteinander. Von oben sah man schon die Saarbrücker Hütte.

Die Saarbrücker Hütte (2.538 m) von der Seelücke (2.776 m) aus
Danach rutschten wir dann auf langgezogenen Schneefeldern nach unten. Es gab dabei einige blaue Flecken und ziemlich nasse Hosen!

Auf der Saarbrücker Hütte war es auch nett und es gab gutes Essen.
Zum Nachtisch Kaiserschmarrn!

Hmmm, köstlich!
Nach dem Essen spielten viele ganz friedlich Twister vor der Hütte.

Vorsicht Knoten!
Innen zeigte Doris einigen Interessierten Yogaübungen.

Nicht schlecht!
Der Himmel war heute fast wolkenlos und hat einige Sonnenbrände verursacht.

Gesamte Entfernung: 4,82 km
Gesamtzeit: 8h 41min, Zeit in Bewegung: 2h  43min
Start: 2.192 m, Ende: 2.538 m, Differenz: +346 m
Minimale Höhe: 2197 m, Maximale Höhe: 2.768 m
Gesamtanstieg: 834 m, Gesamtabstieg: 539 m












Morgen geht es dann weiter zur Wiesbadener Hütte.

Ciao!

Sonntag, 3. Juli 2011

3. Tag: Zur Tübinger Hütte

Bei einem ausgiebigen und guten Frühstück mit selbsthergestelltem Käse und Butter, Schnittlauchquark, Ei, frischen Brötchen, Müsli, Orangensaft ... haben wir uns für die heutige Wanderung gestärkt.
Unser Frühstücksbufett


Von dem netten Wirt und Koch des Hotels, Herrn Braunger, verabschiedeten wir uns dann mit einem Gruppenfoto:
Aufbruch am Morgen

Es ging jetzt erst mal lange immer am Bach entlang durchs Vergaldatal.
Das Wasser hat immer eine große Anziehungskraft und lädt unwiderstehlich ein zum Steine Reinschmeißen! Selbst die größten Brocken werden ins Bachbett gerollt!
Gleich platscht es!

Der Weg führte dann immer weiter hoch, bis wir schließlich nach 900 Höhenmetern aufs Vergaldner Joch (2.515 m) kamen und die schneebedeckten Berge vor uns sahen.
Vom grünen Rätikon geht´s jetzt in die grau-weiße Silvretta!
Rast auf dem Vergaldnerjoch

Hinter uns lag das Vergaldnertal und das Rätikon mit seinen Gipfeln Sulzfluh (2.818 m) und Scheienfluh (2.627 m) am Horizont.
Blick zurück ins Vergaldner Tal und hinüber zum Rätikon

Vom nahegelegenen Mittelbergjoch sah man dann schon zur Tübinger Hütte (2.191 m), etwa in der Mitte des Bildes gelegen, auf der gegenüberliegenden Seite des Garnertales.
Blick ins Garnertal und zu den Bergen der Silvretta

Das Teleobjektiv lässt die Hütte zum Greifen nahe erscheinen, obwohl es noch einige Zeit dauerte, bis wir 300 Höhenmeter abgestiegen und den Talkessel ausgelaufen waren!
Die Tübinger Hütte

Da wir heute morgen wegen des guten Frühstücks erst um 10 Uhr losgekommen sind, waren wir am Abend erst um 18.30 Uhr bei der Hütte. Der Aufstieg geht halt noch recht langsam!
Langsam geht es den Berg hinauf!

Auch findet Jan immer wieder gute Einstellungen, was uns dann etwas aufhält.
Jan im "Grünen"

Unterwegs trafen wir dann zum ersten Mal noch andere "Via Alpinisten", die uns entgegenkamen: eine Gruppe von Franzosen, die jedes Jahr ein Stück des roten Weges zurücklegen. Dominique konnte sich mit ihnen sehr angeregt unterhalten!
Dominique im Gespräch mit "Landsleuten"

Damit ihr nicht meint, alles wäre so easy, es gibt doch von einigen Blasen an den Zehen vom gestrigen Bergablaufen zu berichten. Einige haben auch kräftigen Muskelkater und klagen über Schmerzen in Schultern und Hüfte von den schweren Rucksäcken.
Der Muskelkater!

Insgesamt aber ist die Stimmung, wenn es nicht gerade steil bergauf geht, immer gut. Auch helfen die Kinder gerne mit, wenn ein anderer mal Probleme hat.
Zum Gewichtsausgleich noch einen Rucksack dazu!

Die ganzen sonstigen Macken und Verrücktheiten halten sich sehr in Grenzen. Vielleicht liegt es an der grenzenlosen Weite ringsum?

Das Abendessen war schon wieder gut und reichhaltig: Gemüsesuppe, Wienerschnitzel mit großem Salatteller und Früchtejoghurt zum Nachtisch.
Heute Nacht dürfen wir alle in einem großen Matratzenlager schlafen. Das gibt weniger Stress bei der Verteilung!

Das Wetter  war heute wechselhaft, mal bewölkt, mal schien die Sonne.


Gesamte Entfernung: 11,0 km
Gesamtzeit: 7h 43min, Zeit in Bewegung: 5h 34 min
Start: 1.600 m, Ende: 2.191 m, Differenz: +591 m
Minimale Höhe: 1.559 m, Maximale Höhe: 2.490 m
Gesamtanstieg: 1.351 m, Gesamtabstieg: 734 m












Morgen geht es dann weiter zur Saarbrücker Hütte über die ersten Schneefelder.

Samstag, 2. Juli 2011

2. Tag: Zum Berghotel Vergalden in Gargellen

Abschied von der Tilisunahütte

Gut ausgeschlafen sind wir heute nach reichhaltigem Frühstück Richtung Gargellen aufgebrochen. Es gab drei Übergänge zu überwinden: den Grubenpass, den Plasseggenpass und das Sarotlajoch, aber da wir schon ziemlich hoch und sehr motiviert waren, bereitete uns das gar keine Probleme. Im Gegenteil: zügig und gutgelaunt ging es vorwärts.

Auf dem Grubenpass (2.241 m)

Rast auf dem Plasseggenpass (2.354 m)

Blick nach Gargellen vom Sarottlajoch (2.389 m)
 Danach ging es dann in Etappen wieder abwärts, bis wir zuletzt in Vergalden ankamen. Das große Hotel hatten wir schon von weit oben gut erkennen können.
Berghotel Vergalden: "Entspannen, Ruhe genießen!"
Wir waren etwas unsicher, wie wir uns in einem richtigen Hotel benehmen sollten. Aber die Sorge war unbegründet.
Als erstes wurde uns im gemütlichen Fernsehraum heiße Schokolade mit viel Sahne serviert!

Dann wurden die Doppelzimmer verteilt.
Wir werden voll verwöhnt hier und alles zum Super-Freundschaftspreis!
Nix mit Matratzenlager, sondern Schlafen im weichen Doppelbett!

"Wir fühlen uns pudelwohl hier!"
Wir nutzten auch gleich die Gelegenheit und gingen alle zum Duschen! Anschließend wuschen wir einige Kleidungsstücke und hängten sie zum Trocknen in den Bergwind.

Die erste Wäsche!
Das Abendessen war dann der Hammer:
1. Großer Salatteller mit Knoblauchbrot
2. Fleischspieß mit Gemüse und reichlich Pommes-Frites
3. Zum Nachtisch: Eis mit Sahne!

... mmmh!

Ich fürchte, dass das hier das beste Essen während der drei Wochen sein wird!
Jetzt sitzen wir noch in unserem Aufenthaltsraum und spielen. Jan hat schon wieder einige Interviews gemacht und viel schöne Alpenclips gedreht!

Ton ab, Kamera läuft!
Morgen geht es dann durchs Vergaldatal zur Tübinger Hütte. 4-5 Stunden, aber meistens bergauf!
Na ja, wir werden es schon schaffen!
Ciao bis morgen!

Ach ja, das Wetter heute: leicht bewölkt, oben recht kalt mit feinen Schnee- und Graupelschauern, aber auch immer wieder Sonne!

Gesamte Entfernung: 12,2 km
Gesamtzeit: 6h 10min, Zeit in Bewegung: 4h 16 min
Start: 2.208 m, Ende: 1.600 m, Differenz: - 608 m
Minimale Höhe: 1.412 m, Maximale Höhe: 2.407 m
Gesamtanstieg: 1.276 m, Gesamtabstieg: 1.904 m


Freitag, 1. Juli 2011

Unterwegs: 1. Tag zur Tilisuna Hütte

Die beste Nachricht zuerst:
Alle sind dabei!

Nach dem Superempfang beim Bürgermeister und Tourismusdirektor in Tschagguns haben wir uns auf den Weg zur Tilisuna Hütte (2.271 m) gemacht.
Im Gespräch mit Bürgermeister Herbert Bitschnau

Wir hatten alles, was das Wetter zu bieten hatte: Sonnenschein, Nebel, Regen, Schneefall und es hat sogar einmal gedonnert!
"Sonne"
Nebel
Regen
Schnee

Alle sind super gelaufen, hoch motiviert, ohne Jammern, trotz der schweren Rucksäcke!

Die Tilisunahütte
Jetzt haben wir alle, wie könnte es anders sein, Spaghetti Bolognese gegessen.

Beim Spaghettiessen
So langsam kehrt auch Müdigkeit ein. Noch Tagebuch schreiben, Schlafplatz richten, Füße waschen und dann ab ins Matratzenlager!
Blick auf den Tilisunasee, an dem wir vorbeigelaufen sind!
Morgen geht es dann weiter nach Gargellen. Das Wetter soll wieder besser werden!
Blick von der Hütte auf die Weißplatte (2.630 m)

Jan hat schon einige gute Aufnahmen gemacht!
Dann bis morgen!

Gesamte Entfernung: 7,46 km
Gesamtzeit: 5 h 38 min, Zeit in Bewegung: 3 h 45 min
Start: 1.165 m, Ende: 2.208 m, Differenz: 1.043 m
Minimale Höhe: 1.102 m, Maximale Höhe: 2.233 m
Gesamtanstieg: 1.434 m, Gesamtabstieg: 391m