Heute war Wecken um 6.45 Uhr, Frühstück um 7.30 Uhr, dann Abmarsch - nachdem sich auch der Letzte an seine Badehose erinnert, seine Kappe wieder gefunden, sich eingecremt, die Füße verbunden, seine Trinkblase gefüllt, die Schuhe zugebunden, die Stöcke eingestellt hatte und das Gruppenabschiedsfoto mit der sehr netten Stroh-Hotel-Wirtin gemacht war - also um 9.00 Uhr!
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| Abschiedsfoto mit Familie Noggler |
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| Bei strahlendem Sonnenschein liefen wir fröhlich und gut erholt in Richtung Inn ... |
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| ... filmisch begleitet von Jan |
Es ging jetzt erstmal hinab nach Sur En und über den Inn, mit 1.112 m Meereshöhe ziemlich weit unten.
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| Die alte Inn-Brücke in Sur En (1.112 m) |
Von da wanderten wir ständig bergauf durch das wilde Uina-Tal, von schnaufenden Mountainbikern überholt, immer am schäumenden Bach entlang und an zwei Almen vorbei, bis wir an der Il Quar-Schlucht ankamen.
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| Immer aufwärts! |
Von dieser Schlucht hatten wir schon von verschiedenen Seiten gehört, manche haben sie als den spektakulärsten Weg in den Alpen bezeichnet!
In eine senkrechte Felswand ist auf etwa 600 m Länge ein schmaler Weg mit einigen Tunneln geschlagen, etwa einen Meter breit und manchmal mit Drahtseilen oder Geländer gesichert.
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| Der schmale, in die Felswand gehauene Weg |
Am Anfang der Schlucht ging es mehrere hundert Meter senkrecht bis zum Grund des Canyons hinunter.
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| Aufgeregt starteten wir in festgelegter Reihenfolge durch die Tunnel und über das Felsenband. |
Wir wussten nicht, ob wir uns auf die Kinder verlassen könnten. Sie sollten nur an der Bergseite laufen, sich am Drahtseil festhalten, nicht rennen oder überholen, nicht zu nahe an den Rand gehen, keinen Quatsch machen, nicht durchdrehen usw.
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| Durch die Schlucht |
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| Kurze Pause bis alle wieder aufgeschlossen hatten |
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| Gewagter Blick nach unten! |
Glücklicherweise hielt sich jeder an die Regeln und wir durchquerten die Schlucht ohne Zwischenfälle.
Kinder, wir sind stolz auf euch, dass ihr das so gut geschafft habt!
Schließlich kam der Fluss immer näher und das Tal öffnete sich wieder in friedliche Wiesen und Weiden.
Bis zur Sesvenna Hütte, schon in Italien - Pardon, in Südtirol - gelegen, war es dann über den Passo di Slingia (2.309 m) nicht mehr weit.
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| Nur noch 5 Minuten! |
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| Die Sesvennahütte (2.256 m) in Südtirol |
Auf der Hütte wurden wir freundlich empfangen. Zuerst gab es mal einen Kakao.
Zum Abendessen gab es dann super Lasagne!
Nach anfänglichem Gemotze sind die Kinder heute zügig gelaufen, weil wir ja auch einen weiten Weg vor uns hatten. Jetzt spielen sie in und um die Hütte.
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| Fröhliche Spiele nach dem Abendessen |
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| Sind sie nicht brav, unsere Engele? |
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| Wir haben sogar ein bisschen Freundschaft mit den Südtirolern hier geschlossen! |
Auch ein soziokulturelles Phänomen konnten wir heute feststellen: Wir waren beim Essen nicht mehr die lautesten in der Gaststube, sondern eine Gruppe fröhlicher, echter Italiener!
Trotz der großen Höhendifferenz vom Inn bis zum Schlinig-Pass von über 1.200 m sind wir die 16 km zügig gelaufen und haben insgesamt nur eine Stunde Rast gemacht!
Gesamte Entfernung: 16,2 km
Gesamtzeit: 8 h 09 min, Zeit in Bewegung: 7 h
Start: 1.488 m, Ende: 2.256 m, Differenz: +768 m
Minimale Höhe: 1.110 m, Maximale Höhe: 2.325 m
Gesamtanstieg: 1.610 m, Gesamtabstieg: 846 m
Morgen geht es wieder ins Tal, ins Val Müstair (rätoromanisch), Münstertal (südtirolerisch) oder ins Val Monasterio (italienisch), und dann nach Santa Maria (CH) in die Jugendherberge.
Am Dienstag wollen wir uns dann das Kloster Müstair (Unesco-Weltkulturerbe) anschauen, wieder waschen und duschen.